PROGRAMM

09:30 Uhr 
Anmeldung und Begrüßungskaffee

Foyer

10:30 Uhr 
Begrüßung

Dr. Guido Hitze,
Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen,

Plenum - Rheinlandsaal

10:35 Uhr 
Grußwort und Einführung in die Tagung

Klaus Kaiser,
Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft,

Plenum - Rheinlandsaal

10:45 Uhr 
Keynote

Simone Rafael,
Amadeu Antonio Stiftung,

Plenum - Rheinlandsaal

12:00 Uhr 
Mittagessen und Markt der Möglichkeiten

13:00 Uhr 
Workshop-Phase

Gruppenräume
  • Workshop 1: Warum Demokratie Faktenchecks braucht

    Sarah Thust, CORRECTIV

    Gezielte Desinformation wird genutzt, um unsere Gesellschaft zu spalten, Hass zu verbreiten oder Geschäfte zu betreiben. Einseitige oder falsche Informationen kreieren verzerrte Weltbilder. CORRECTIV.Faktencheck wirkt dem entgegen und deckt tagtäglich Falschinformationen, Gerüchte und Halbwahrheiten auf.

    In unserem Faktencheck-Workshop vermitteln wir, woran sich irreführende Meldungen erkennen lassen und was Desinformation für unsere Gesellschaft bedeutet. Dabei beantworten wir Fragen wie: Was ist eine Falschinformation – und was ist Meinung? Wie kann man Beiträge überprüfen und welche Hilfsmittel gibt es dafür? Was kann jeder einzelne gegen Desinformation tun? Warum braucht es Faktenchecks für die Demokratie?

    Der Workshop dauert 90 Minuten. Dabei werden wir uns mit zahlreichen Beispielen beschäftigen und die Teilnehmer:innen mit einbinden.


  • Workshop 2: Digitale Gewalt - wie kann ich mich davor schützen?

    Basma Bahgat / Stefanie Zacharias, HateAid

    Digitale Gewalt ist eine Gefahr für unsere Demokratie. Durch Hassattacken werden Menschen gezielt aus den Debatten im Netz herausgedrängt. Viele trauen sich nicht mehr, ihre Meinung zu äußern aus Angst vor Hass und Hetze. Die Betroffenen werden oft allein gelassen, Täter*innen selten zur Verantwortung gezogen. Das wollen wir ändern: HateAid ist eine unabhängige und überparteiliche gemeinnützige Organisation, die Betroffene durch die Extremsituation begleitet und sie dabei unterstützt gegen die Täter*innen vorzugehen. Wenn nötig auch vor Gericht: Wir unterstützen Betroffene zusammen mit Jurist*innen bei der Rechtsdurchsetzung z.B. durch das Sichern von Beweismaterial und der Finanzierung von zivilrechtlichen Prozessen.

    In dem Workshop „Digitale Gewalt – wie kann ich mich davor schützen?“ klären wir darüber auf, was digitale Gewalt ist, welche Formen von Gewalt es gibt und wie Sie sich präventiv und bei akuten Situationen schützen können.


  • Workshop 3: Hate Speech online – Lage, Probleme, Gegenstrategien

    Sebastian Schneider, jugendschutz.net

    Auch wenn der Ausdruck Hate Speech im öffentlichen Diskurs vielfältig angewendet wird, ist seine Bestimmung noch recht offen. Je nachdem, welche Definition herangezogen wird, fallen hierunter sowohl strafbare als auch von der Meinungsfreiheit gedeckte Aussagen. Dies erschwert nicht nur eine differenzierte Betrachtung des Phänomens, sondern auch mögliche Gegenstrategien. Gerade in digitalen Räumen, ob soziale Medien, Foren oder Multiplayer-Spiele, die von Anonymität geprägt sind, ist Hate Speech vermehrt vorzufinden, verstärkt sich gegenseitig und kann so zu einem Problem für eine offene und freie Gesellschaft werden.

    In der Veranstaltung werden verschiedene Definitionen von Hate Speech vorgestellt, in welchen Ausprägungen sie online vorkommt und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, mit denen ihr entgegengewirkt werden kann. Dies bildet die Grundlage für eine anschließende Diskussion und Erfahrungsaustausch über Gegenstrategien und die Möglichkeiten der unterschiedlichen Akteur*innen gegen Hate Speech im Netz aktiv zu werden.


  • Workshop 4: Radikalisierung im Netz: Radikalisierungsprozesse und Prävention in Social Media

    Adrian Stuiber, streetwork@online und Thomasius-Stiftung

    Das Internet, insbesondere Social Media, haben die Art der Kommunikation und die Verbreitung von Informationen maßgeblich verändert. Soziale Netzwerke sind die neuen Leitmedien der Kinder und Jugendlichen, über die sie sich in diversen Communities austauschen und vernetzen. Diese Strukturen werden außerdem häufig zur Verbreitung radikaler und extremistischer Ideologien genutzt. So gilt das Internet als Katalysator für Radikalisierungsprozesse.

    Dieser Workshop gibt eine Übersicht darüber, warum die sozialen Netzwerke bei Identitätsbildungs- und Radikalisierungsprozessen eine große Rolle spielen können und zeigt Möglichkeiten der Prävention auf. Am Beispiel des Online-Präventionsprojektes streetwork@online wird mit dem Online-Streetwork ein erweiterter Ansatz der aufsuchenden Sozialarbeit vorgestellt, um im virtuellen Raum mit jungen Menschen in den Dialog zu treten. Dabei werden verschiedene Methoden anhand von praktischen Beispielen aufgezeigt und in der Gruppe diskutiert.


  • Workshop 5: Das Internet als Schnittstelle von Mensch und Ideologie: Wie das Netz zur Verbreitung rechtsextremistischen Gedankenguts beiträgt und Radikalisierungsprozesse begünstigt

    Frederieke Huwald / Piotr Suder, Extremismus Prävention Online

    Neue Medien bieten vielfältige Möglichkeiten des Austauschs, der Meinungsäußerung, das Mitwirken in Communities und des demokratischen Streits. Allerdings ist das Internet zugleich ein wichtiges Instrument von rechtsextremistischen Gruppierungen für die Verbreitung ihrer Ideologien. Zudem haben sich im Internet viele undurchsichtige Kommunikationsräume herausgebildet, in denen Personen ungestört menschenverachtendes Gedankengut verbreiten und dafür eine positive Resonanz erfahren. In dem Workshop werden diese Entwicklungen anhand praktischer Beispiele aus dem Internet betrachtet und als wichtige Radikalisierungsfaktoren diskutiert. Gemeinsam werden Möglichkeiten erörtert, wie die Gesellschaft diesen Herausforderungen begegnen kann, um effektive Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, die den digitalen Raum angemessen berücksichtigen.


  • Workshop 6: Hassrede im Netz – Und wie wir ihr als Medienaufsicht begegnen

    Barbara Banczyk, Landesanstalt für Medien NRW

    Zu den wesentlichen Aufgaben der Landesanstalt für Medien NRW gehören der Jugendschutz, der Nutzerschutz, der Schutz der Menschenwürde und Vielfalt in den Medien. Doch genau diese Schutzgüter werden von Hassrede im Netz bedroht. Aus diesem Grund setzt sich die Landesanstalt für Medien NRW dafür ein, Aufklärungsarbeit zu leisten und effektive Wege zur Bekämpfung von Hasskriminalität im Internet zu finden.

    Häufig wird Hassrede mit dem Satz "Das wird man ja noch sagen dürfen." entschuldigt und dabei berufen sich solche Menschen, die ihre Position im Netz mit Hass und Hetze vertreten, auf ihr Recht der Meinungsfreiheit. Natürlich gilt dieses Recht für jeden Menschen: Für diejenigen, die hetzen, genauso wie für solche, die Opfer dieser Hetze sind.

    Gefährlich wird Hassrede für unsere Gesellschaft aber dann, wenn die Hetze des einen die Meinungsfreiheit des anderen einschränkt. Die vergiftete Diskussion kann dazu führen, dass Menschen sich aus Angst vor den hassvollen Reaktionen anderer nicht mehr trauen, ihre Meinung zu äußern, Redaktionen ganze Themenblöcke meiden oder ihre Kommentarspalten schließen, weil sie sich der unzivilisierten Debatte nicht gewachsen fühlen. Und genau hier setzen die Bemühungen der Landesanstalt für Medien NRW an.


14:30 Uhr 
Kaffeepause

15:00 Uhr 
Vorstellung der Ergebnisse aus der Workshop-Phase

Plenum - Rheinlandsaal

16:00 Uhr 
Podiumsdiskussion

  • Karima Benbrahim,
    Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit
    in Nordrhein-Westfalen
  • Sabrina Carrasco Heiermann,
    BackUP
  • Simone Rafael,
    Amadeu Antonio Stiftung
  • Jonathan Widmann,
    Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen
  • Professor Dr. Andreas Zick,
    Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung,
    Universität Bielefeld
Plenum - Rheinlandsaal

17:15 Uhr 
Verabschiedung

Hermann Lamberty,
Leiter der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus,

Plenum - Rheinlandsaal



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